Verhalten von Trainern und Eltern
Jeder Fußballfan ist insgeheim auch ein viel besserer Trainer, als der, der gerade neben der Seitenlinie steht. Ein Phänomen, das in der Bundesliga meist belächelt wird. Für Kinder im E- oder F-Juniorenbereich kann ein solches Trainerdasein der Eltern ebenso wie ein impulsives, überkritisches Verhalten des Trainers negative Folgen haben.
Deshalb haben wir hier einige Tipps für Trainer und Eltern aufgenommen, die uns helfen das zu erreichen, worum es eigentlich geht: nämlich die Kinder ohne Druck und Einmischung von außen einfach nur Fußball spielen lassen.
Tipps für Trainer
Vor dem Spiel:
- eine kurze Besprechung mit einigen Grundinformationen genügt. Die Spieler nicht durch komplexe Anweisungen überladen! Einfache und leicht verständliche Hinweise sind hilfreicher!
- Eltern haben bei einer Besprechung in der Kabine (oder auf dem Spielfeld) nichts verloren. Denn die Kinder sollen einen Mannschaftsgeist ohne Beeinflussung der Eltern aufbauen!
- Selbständiges Umziehen der Spieler fördern, ohne sie alleine zu lassen. Sie zur Selbständigkeit erziehen und mündige Spieler heranbilden!
Im Spielverlauf:
- unsachliche und lautstarke Kritik vermeiden. Ein Anbrüllen von Kindern, wie es oft genug beobachtet wird, bringt nichts und ist pädagogisch nicht verantwortbar!
- Fremdwörter und sportspezifische Fachbegriffe vermeiden, da die Kinder die Bedeutung nicht verstehen. Umschreibungen oder Bilder können dagegen hilfreich sein. Dabei einfache Sätze bilden und ruhig sprechen
- auch Kinder hören gerne Lob!
- auf die Eltern beruhigend wirken, wenn sie Spieler lautstark kritisieren oder in das Spiel hineinrufen.
In der Halbzeitpause:
- den Spielern Selbstvertrauen geben. Den Kindern deren Möglichkeiten und Fähigkeiten aufzeigen; ihnen konkret sagen, was gut und was schlecht war und erklären, was sie besser machen können
- die Mannschaft auch in der Halbzeit zusammenhalten und von den Eltern trennen, da diese sonst individuell auf das Kind einwirken und möglicherweise Aufgabenstellungen des Trainers untergraben werden, was zur Verunsicherung führt!
- den Kindern Getränke reichen. Nicht sofort auf sie einreden. Erst mal zur Ruhe kommen lassen
Nach dem Spiel:
- nochmals die Mannschaft zusammenholen und mit den Spielern das Spiel besprechen. Auch die Kinder zu Wort kommen lassen. Sie wollen ihre eigenen Eindrücke schildern
- keine Kritik direkt nach dem Spiel. Stattdessen die Spieler je nach Spielverlauf beruhigen, aufmuntern, trösten oder loben und sich mit ihnen freuen
Tipps für Eltern
- die Führung im sportlichen Bereich alleine dem Trainer überlassen. Hilfe bei organisatorischen Aufgaben sind dagegen willkommen und bereichern das Vereinsleben
- Enttäuschungen hinsichtlich der Spielleistung und des Resultats für sich behalten. Stattdessen den Kindern bei einer positiven Verarbeitung helfen
- unsachliche und emotional negativ gefärbte Zurufe im Spielablauf vermeiden. Sie verursachen Verunsicherung, Ängste und Aggressionen!
- Grundsätzlich den Trainer nicht hinsichtlich der Aufstellung beeinflussen!
- das Engagement für die Mannschaft und den Verein nicht von der Zufriedenheit mit den sportlichen Entscheidungen des Trainers abhängig machen!
- wenn dennoch Frust aufkommt, das Gespräch mit dem Trainer suchen und in einer sachlichen, verständnisvollen Atmosphäre Meinungen austauschen!
- zwischendurch immer wieder das eigene Verhalten rund um das Training und das Spiel überdenken und gegebenenfalls verändern!














